Umweltbundesamt und DIBt: vernichtende Stellungnahmen zu den „PAK-Hinweisen“

Der Vorgutachter hatte sich in seinem Gutachten und seiner Anhörung vor allem auf die sog. „PAK-Hinweise“ des Deutschen Institut für Bautechnik aus dem Jahr 2000 gestützt.

In der Verhandlung am 19.04.2017 berief sich der anwesende Vorgutachter auf Herrn Misch vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) und Herrn Dr. Moriske vom Umweltbundesamt. Herrn Dr. Moriske bezeichnete er dabei als einen der „weltweit führenden Fachleute auf dem Gebiet“.

Der Redaktion liegen nun zwei E-Mail-Nachrichten dieser beiden Experten vor, in welchen sie sich vernichtend zu den sogenannten „PAK-Hinweisen“ äußern:

Dr. Moriske vom Umweltbundesamt:

„Leider sind wir hier der falsche Ansprechpartner. Die PAK-Hinweise aus 2000 stammen vom Deutschen Institut für Bautechnik und wurden meines Wissens nicht mehr geändert. […] Die PAK-Hinweise von 2000, wie gesagt, können wir unmittelbar nicht beeinflussen. Allerdings ist schon der Bezug zur Messmethodik darin veraltet, da die VDI-Richtlinie, wie Sie wissen, inzwischen zurückgezogen wurde.“

Herr Misch vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt)

„nach heutigem Wissenstand sind Hausstaubmessungen eher für eine qualitative Aussage geeignet, ob bestimmte Inhaltsstoffe in Gebäuden überhaupt vorhanden sind und einer weiteren Betrachtung bzw. Bewertung zugeführt werden müssen.
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Quantitative Aussagen über Stoffgehalte und insbesondere sich daraus ableitende Schlussfolgerungen hinsichtlich gesundheitlicher Bewertungen oder zu ergreifender Maßnahmen sind aufgrund der relativ großen Streuung solcher Messergebnisse nur mit Vorsicht zu interpretieren. Zuverlässige Aussagen zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen sind nur durch medizinische Untersuchungen zu erzielen (z.B. Humanbiomonitoring).
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Insofern ist es auch nicht von entscheidender Bedeutung, ob die Richtlinie VDI 4300 Blatt 1 zurückgezogen wurde oder nicht. Wir gehen davon aus, dass kompetente und in diesem Bereich erfahrene Prüfstellen wissen, wie solche in Ihrer Aussage ohnehin beschränkte Messungen durchzuführen sind, z.B. kann auch weiterhin in Anlehnung an VDI 4300 gemessen werden, ergänzt um die mittlerweile hinzugewonnenen Erkenntnisse. Auf die Einbindung entsprechend geeigneter Laboratorien und Messstellen wird in den PAK-Hinweisen hingewiesen.
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Wir möchte abschließend betonen, dass die PAK-Hinweise aus dem Jahr 2000 lediglich den Charakter eines technischen Informationsblattes hatten, dass auf dem damaligen Wissenstand beruhte und in keinem Bundesland rechtlich verbindlich eingeführt wurde.

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